Der Sinn der Malerei besteht darin, zu verzaubern, was das Wissen, die Rationalität und das alltägliche Verwalten entzaubert hat.

Erwitter Kunst-Malschule Rosario Buccellato

Selbsterfahrung, Erkenntnisgewinn, Wahrnehmung der Umwelt, die eigene Signatur kennenlernen, Strich, Fläche, Figur, Licht, Raum, Farbe. All das vermittelt das Eintauchen in die Welt der Malerei. Sie ist eine individuelle Ausdrucksform die grenzenlos den Horizont erweitert. Sinne werden geschärft und das Sehen bildet sich. Plötzlich ist alles möglich. Die freie Kunstschule -Buccellato in Erwitte begleitet und bietet, Erwachsenen und Jugendlichen, Meisterklassen, Fortgeschrittenen sowie Anfängerinnen und Anfängern den Raum und die Zeit, die Welt der Malerei zu erleben.

Bewerbungsmappen für Akademien und Hochschulen werden durch geschulte sowie erfahrene professionelle Mitarbeiter begleitet.

Ob klassische Ölmalerei mit Studien der Zeichnung , freie Malerei oder Meisterklassen in Kunstdialog sowie Erkenntnisgewinn durch Entschleunigung, werden im Atelier von Maler Rosario Buccellato angeboten. Im Gruppen- oder Einzelunterricht werden Grundlagen vermittelt. Kunsttheoretische Diskurse geführt. Bestehende Fertigkeiten durch das eigene Denken und Handeln vertieft.

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Kurse

Die Kurse der Erwitter Malschule finden montags bis donnerstags zwischen 15 und 21 Uhr statt. Das bedeutet: Sie können in diesem Zeitraum jederzeit kommen und bei uns malen, Rosario Buccellato steht dabei für Beratung, kritische Begleitung, Fragen und Gespräch zur Verfügung. Unsere Malräume stehen den Teilnehmern aller Kurse zu den genannten Zeiten offen – jeder kann individuell kommen, wann und wie es passt. Von Freitag bis Sonntag bieten wir ein Atelier der offenen Tür – schauen Sie gerne vorbei!

Wenn Sie sich für einen Kurs interessieren, haben Sie die Möglichkeit, zwei Stunden kostenlos zu testen, bevor Sie sich fest anmelden. Das Honorar für den Kurs umfasst auch das Material, Lager von Leinwänden und Staffeleien sowie die Verwaltung. Honorar auf Anfrage. Für finanzschwache Familien besteht die Möglichkeit einer Förderung, wir beraten Sie gern bei der Anmeldung. Kurse zur Mappenvorbereitung und Beratungsstunden sind nur nach vorheriger Anmeldung möglich.

Termine

Auf Anfrage.

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Zeichnung und Acrylmalerei

Dieser Kurs umfasst mindestens 10 Stunden. Sie möchten sich vom beruflichen Stress befreien? Ihre Kreativität ausleben? Das künstlerische Schaffen weiterentwickeln? Rosario Buccellato unterstützt Sie dabei, bei der kreativen Arbeit die eigene künstlerische Handschrift zu erkennen und begleitet Sie beim Entwickeln Ihrer eigenen Ausdrucksform. Gemeinsam finden wir heraus, welcher Typ Sie sind und trainieren das künstlerische Sehen.

Ölmalerei

Dieser Kurs umfasst mindestens 20 Stunden und richtet sich an Anfänger und Fortgeschrittene. Hier erlernen die Teilnehmer je nach Vorwissen die Grundlagen der Ölmalerei und der Bildkomposition oder bauen auf vorhandene Kenntnisse von Perspektive und Anatomie auf. Für Fortgeschrittene besteht die Möglichkeit, große Wände für ihre Malerei zu nutzen.

Meisterklassen

Kurse für Meisterklassen bietet die Malschule für 4 bis 6 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an. Hier werden kunsttheoretische Fragestellungen besprochen, die sich aus den eigenen Arbeiten oder den Arbeiten anderer ergeben. Gemeinsam mit den Teilnehmern entspannt sich ein künstlerischer Dialog und Diskurs, das eigene Denken und Sehen wird hinterfragt. In der Regel finden Meisterkurse in Anlehnung an vorherige Malkurse statt.

Mappenvorbereitung

Unsere Kurse zur Mappenvorbereitung werden von zwei freischaffenden Künstler geleitet, die eine Alternative zur Universitären Expertise sind. Ein Studium an der Kunstakademie oder Kunsthochschule setzt die Vorlage einer Mappe mit eigenen Werken voraus. Wir begleiten jeden aufstrebenden Künstler individuell während des Procedere bis zur Präsentation an der Akademie.

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„Mir ist das Spielen nicht abhanden gekommen.“

Rosario Buccellato

Der sizilianische Maler Rosario Buccellato ist seiner Malerei nach in unserer Epoche nicht einzuordnen, da diese sich zu einer Synthese aus der stilistischen Tradition seiner Herkunft und der autonomen Eigenheit eines derzeit lebenden Künstlers zusammensetzt. Ein forschender Handwerker, der uns den mystischen Allegorismus in einen zeitgemäßen Dialog übersetzt ( empirische Begriffe, welche personifiziert und verbildlicht werden) und die Bilder eines Veronese, Tintoretto oder sogar eines Di Chirico vergegenwärtigt. Man verfolgt durch sein Oeuvre hindurch einen Bezug zu Caravaggio, den Lichtstrahl, der in die Katakomben fällt, die Figuren scharf absetzt, jedoch sich in dem undefinierbaren Dunkel auflöst.
2018. Aus dem schlichten und bescheidenen Naturell dieses Malers wird ein komplexes Raumkontinuum geboren, in der Überreste unserer Zivilisation schweben: Ein Pferdekopf, ein Bilderrahmen, Türen, ein Frauenakt, eine Drapperie etc. Er ist ein Jongleur von konkreten naturalistischen Motiven, doch in einem luftleerem Raum, welcher ihm immer aufs Neue die Vielfalt des Komponierens möglich macht. Er vereint Trompe l‘oeil mit einer perspektivisch ausgerichteten Paysage, ein Nature Morte ohne Schatten, auf monochromer Farbfläche.

Buccellato stammt aus einfachen Verhältnissen. Sein Vater ein Schuhmacher, seine Mutter eine Schneiderin, und er selbst erlangte durch eigensinniges Bemühen die Techniken der klassischen Malerei.

Ein surrealer, phantasmagorischer Eindruck entsteht, angestimmt von einem sakralen Gesang aus dem Jenseits. Die Leinwand ist für ihn ein noch nicht- existenter Kosmos, der dienlich wird für die Hand des Malers einen Abriss seiner Erinnerungen und augenblicklichen Visionen, Träumereien hineinzuwerfen, und sie dann selbstständig weiterleben zu lassen. Eine klassische Drapperie zu malen, die in seinen Bildern ein leitendes Attribut ist, ein Tuch über einen Körper oder Gegenstand fallen zu lassen und damit das Geheimnis des Unsichtbaren ruhen zu lassen. Also das Heilige dadurch zu sublimieren, dass es den Augen vorenthalten wird und das Darunterliegende ein Mysterium bleibt. (Weißes Tuch. Öl auf Leinwand; 80×100cm; 2019) Womöglich ist auch unter dem Tuch die Leere oder ein Traum der im Begriff ist, sich in der Decke des Schlafenden zu verflüchtigen, darin zu zerfließen.

Wir stehen vor den Gemälden Buccellatos einer Inszenierung des Zufalls gegenüber, einem verschachtelten Bühnenbild, aus dem die Philosophie eines Menschen spricht, der im Gedächtnis jene erloschenen Gestalten behält, die sich nun in ihrer gestreuten Konstellation leicht zu einem Sinn verbinden, wobei dieses Spiel der Malerei selbst überlassen wird. Er rührt die Körper aus seiner Phantasie nur an, und sie beginnen mit ihren Schatten den Handlungsakt in dämmerhafter Landschaft.

Des Künstlers Credo lautet „sakrale-profane“, was bedeutet, dass das Geistige in seiner Blöße, also in der nicht- ritualisierten Ausdrucksform, keine Konventionen kennt und lediglich ephemer, durchsichtig ist. Dabei folgt er bewusst einer traditionellen Linie und greift die Methoden der Ölmalerei alter Meister auf, um den Bezug zum Grazilen zu erhalten und die antike Welt der Mythen, Dichtungen und Allegorien des Quattrocento und Cinquecento wiederauferstehen zu lassen. Eine Drapperie die das verborgene Heilige von alters her symbolisiert, lässt einen Akt von zärtlicher Erotik und Weiblichkeit herauslesen. (Caravaggio der Schlaf und Snejana; Öl auf Leinwand 200 ×300cm 2018)

Das Profane im Verhältnis zum Sakralen ist eine feine Schwelle auf der sich spiritueller Gehalt von religiösem Ballast und historischer Schwere eines europäisch- christlichen Bewusstseins befreit. Hierbei stellen wir Berührungspunkte mit dem Zeitalter der Säkularisierung fest, in dem die fanatische Bindung zur Kirche gelockert wurde, und der Geist des Menschen jener Epoche aus den Strängen der politisierten Kirche löste. So sehen wir zugleich eine tiefe Verbundenheit zu biblischen Inhalten, jedoch aus natürlicher und humanistischer Sicht, mit einer Hommage an das Altertum mit seinen Körperkulten („ Jesus ist ein Künstler“ Tuschezeichnung). Fragmentale Gliedmaßen lassen an den Zerfall des heutigen Menschen denken und wiederum scheint ein anregender Reiz eines weiblichen Torso unter dem Tuch hervor, der uns an das ersichtlich Schöne erinnert. Wir entdecken lyrische, ja ironisierende Krypta auf seinen Zeichnungen und Gemälden. Ein Verweis auf das zum Bild entfachende, fleischwerdende Wort („benedictus qui venit“ Öl auf Leinwand 175×200cm 2018).

Er ist einer der seltenen Fälle in der Malerei der heutigen Zeit, die sich einreihen in eine jahrhundertelange Überlieferung jener Fertigkeit, Figur und Gegenstand aus der imaginativen Welt der Eingebungen heraufzubeschwören und herrschend diese zu betrachten. In einer Zeit, da die gegenständliche Malerei, aufgrund einer verflachten Anthropologie, Menschenbildes, Werte- und Naturzerfalls übersehen und verpönt wird.

Figurative Malerei droht nach einem umwälzenden Herbst des vergangenen Jahrhunderts außer Acht gelassen und die vier Disziplinen der Künste durch die Technisierung ersetzt zu werden. Jedoch scheint man aus den Bildern Buccellatos einen Rückblick auf eine ewige, fortwährende Vergangenheit zu erspähen und durch sie einer monumentalen Wahrheit verpflichtet zu sein.

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„mir ist das spielen nicht abhanden gekommen“
Öl LEINWAND 80×60, 2019 

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Caravaggio der Schlaf und Snejana.
Öl LEINWAND 200×300cm, 2018 

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benedictus qui venit
Öl LEINWAND 175×200cm

Kontakt

Atelier – Erwitter Malschule
Rosario Buccellato
Marktgasse 1
59597 Erwitte

Telefon 0160 97905778
E-Mail  rb@erwitter-malschule.de